In der Bibliothek Andreas Züst findet rund zweimal pro Jahr ein zweitägiger Workshop statt. Hierfür wird jeweils ein Gast eingeladen, aus dem Bestand der Bibliothek ein Buch auszuwählen und dieses als Ausgangspunkt für einen zweitägigen Workshop zu nutzen. Grundidee ist, sich anhand von Leseproben, Diskussionen und assoziativen Entdeckungsreisen quer durch die Bibliothek gemeinsam einem Thema anzunähern. Die Workshop-Serie wird von Annett Höland und Simone Koller organisiert.

Workshops 2018

8./9. September 2018
Fiction / Nonfiction
Wie kann das Leben vor der Kamera beobachtet und/oder inszeniert werden? Mit dem nächsten Workshop betreten wir die Welt der bewegten Bilder. Fiction: Wie werden wir zu Figuren eines Drehbuches? Wie können wir als Schauspieler eigene Erfahrungen nutzen? Wie kann eine «fiktionale Wahrheit» erreicht werden? Nonfiction: Wie betrachten wir das Leben, wenn wir einen Dokumentarfilm drehen? Wie dramatisieren wir es? Wo sind die Grenzen zwischen Fiction und Non-Fiction?

Im zweitägigen Workshop erforschen wir mittels eines Drehbuches aus der Bibliothek die Grundlagen des Filmemachens. Begleitet von den AutorInnen/RegisseurInnen Carmen Jaquier und Jan Gassmann bewegen sich die TeilnehmerInnen vor und hinter der Kamera.

CARMEN JAQUIER besitzt einen MA in Screenwriting und arbeitet gerade an ihrem ersten Kinofilm. Nach den Kurzfilmen Le tombeau des filles und La rivière sous la langue, die an vielen Festivals gezeigt wurden, war sie Teil von Heimatland, einem kollaborativen, fiktionalen Filmprojekt zusammen mit anderen Schweizer RegisseurInnen. Sie lebt und arbeitet zwischen Paris, Genf und Zürich.

JAN GASSMANN arbeitet als Autor/Regisseur an der Grenze zwischen Fiktion und Dokumentarfilm. Nach seinem Debutfilm Chrigu 2007 veröffentlichte er Off Beat, Karma Shadub und Heimatland. Mit seinem letzten Film Europe, she loves war er für einen Europäischen Filmpreis nominiert. Seine Filme wurden in Kinos in der Schweiz und im benachbarten Ausland sowie an vielen Festivals gezeigt.

Der Workshop findet am Wochenende vom 8./9. September 2018 im Alpenhof statt. Es kann deutsch und englisch gesprochen werden.

KOSTEN
260 CHF (Studierende: 160  CHF) inkl. Übernachtung und Verpflegung.
Wir freuen uns über einen zusätzlichen Beitrag auf freiwilliger Basis.

ANMELDUNG
Via E-Mail bis am 12. August 2018: lesen(at)andreaszuest.net
Die Teilnehmerzahl ist beschränkt.

Bisherige Workshops

«Ein Buch lesen ist nur eine Abart des ‹Lesens› im eigentlichen Sinne. Dies besagt: Das eine zum anderen legen, in eines zusammenbringen, kurz: sammeln.» (Martin Heidegger) – Unter diesem Motto veranstaltete die Bibliothek zwischen 2012 und 2014 fünf Workshops: Ausgehend von «Self and Others» von R.D. Laing führte der Autor und Philosoph Aaron Schuster in die Geschichte der Psychiatrie und der antipsychiatrischen Bewegung ein. Der zweite Workshop thematisierte Alltagslinguistik: Gemeinsam mit Künstlerin Tine Melzer entstand eine Publikation, in der Redewendungen ad absurdum geführt wurden. Ein Jahr später gab die Künstlerin, Feministin und Kunstvermittlerin Doris Stauffer Einblick in ihr eigenes Werk und Schaffen. Jan Voss – Künstler, Verleger, Buchhändler und Rotaprint-Drucker – berichtete anhand seiner Bücher, von denen sich 22 im Bestand der Bibliothek befinden, über seine Art des Büchermachens, und produzierte mit den Teilnehmerinnen «Leere Taschenbücher». Für den fünften Workshop wurde Improvisationsmusiker Andy Guhl eingeladen, der die wichtigsten Grundsätze seiner Arbeitsweise vorstellte und mit den TeilnehmerInnen den Versuch unternahm, anhand rudimentärster Mittel Sound zu produzieren.

03/2018
03/2017
10/2016
09/2014
01/2014
07/2013
06/2012
05/2012

Hanna Bergman und Marie Raffn
John Simmons
Delphine Chapuis Schmitz
Andy Guhl
Jan Voss
Doris Stauffer
Tine Melzer
Aaron Schuster