In der Bibliothek Andreas Züst findet rund zweimal pro Jahr ein zweitägiger Workshop statt. Hierfür wird jeweils ein Gast eingeladen, aus dem Bestand der Bibliothek ein Buch auszuwählen und dieses als Ausgangspunkt für einen zweitägigen Workshop zu nutzen. Grundidee ist, sich anhand von Leseproben, Diskussionen und assoziativen Entdeckungsreisen quer durch die Bibliothek gemeinsam einem Thema anzunähern. Die Workshop-Serie wird von Annett Höland und Simone Koller organisiert.

Workshops 2020

Dieses Jahr finden keine Workshops statt. Der nächste Workshop ist für Frühling 2021 geplant. Infos folgen.

Bisherige Workshops

Der letzte Workshop fand im Oktober 2019 statt. Zusammen mit Ökonomin Mascha Madörin und Künstlerin und Kuratorin Mirjam Bayerdörfer befassten wir uns mit wirtschaftlichen Zusammenhängen aus feministischer Sicht. Wieso verdienen Frauen jährlich 100 Milliarden Franken weniger als Männer und was hat das für Auswirkungen? Wie hängen Arbeit und Einkommen mit Geld und Macht zusammen? Wir lernten über gesamtökonomische Zusammenhänge nachzudenken und erprobten Strategien, wie diese Zusammenhänge sichtbar gemacht und vermittelt werden könnten.

Im September 2018 waren die FilmemacherInnen Carmen Jaquier und Jan Gassmann zu Gast. Anhand einer Szene aus einem Drehbuch spielten wir mit verschiedenen Rollen vor und hinter der Kamera und gingen der Frage nach, wie das Leben vor der Kamera beobachtet und/oder inszeniert werden kann. Im März 2018 waren die Designerin Hanna Bergman, Initiantin von The Reading School, und die Künstlerin Marie Raffn zu Besuch. In ihrem Workshop ging es darum, Smartphones als Tool und Filter zu nutzen um mit unterschiedlichen Formen von Lesen und Schreiben zu experimentieren. «Egal, ob du Buchhalter oder Zoologin bist: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass du täglich die geschriebene Sprache nutzt, um zu informieren, zu dokumentieren, zu bewerben und zu verführen.» (John Simmons) Der britische Autor zeigte anhand von kurzen Übungen, wie die eigene Persönlichkeit ins Schreiben Einzug finden kann. Und im Oktober 2016 wurden zusammen mit der Künstlerin Delphine Chapuis-Schmitz ungewohnte und spielerische Herangehensweisen im Umgang mit Text zu erprobt, indem die Teilnehmenden gefundene Textfragmente neu-, um- oder abschrieben und neu kombinierten.

«Ein Buch lesen ist nur eine Abart des ‹Lesens› im eigentlichen Sinne. Dies besagt: Das eine zum anderen legen, in eines zusammenbringen, kurz: sammeln.» (Martin Heidegger) – Unter diesem Motto veranstaltete die Bibliothek zwischen 2012 und 2014 fünf Workshops: Ausgehend von «Self and Others» von R.D. Laing führte der Autor und Philosoph Aaron Schuster in die Geschichte der Psychiatrie und der antipsychiatrischen Bewegung ein. Der zweite Workshop thematisierte Alltagslinguistik: Gemeinsam mit Künstlerin Tine Melzer entstand eine Publikation, in der Redewendungen ad absurdum geführt wurden. Ein Jahr später gab die Künstlerin, Feministin und Kunstvermittlerin Doris Stauffer Einblick in ihr eigenes Werk und Schaffen. Jan Voss – Künstler, Verleger, Buchhändler und Rotaprint-Drucker – berichtete anhand seiner Bücher, von denen sich 22 im Bestand der Bibliothek befinden, über seine Art des Büchermachens, und produzierte mit den Teilnehmerinnen «Leere Taschenbücher». Für den fünften Workshop wurde Improvisationsmusiker Andy Guhl eingeladen, der die wichtigsten Grundsätze seiner Arbeitsweise vorstellte und mit den TeilnehmerInnen den Versuch unternahm, anhand rudimentärster Mittel Sound zu produzieren.

10/2019
09/2018
03/2018
03/2017
10/2016
09/2014
01/2014
07/2013
06/2012
05/2012

Mascha Madörin und Mirjam Bayerdörfer
Jan Gassmann und Carmen Jaquier
Hanna Bergman und Marie Raffn
John Simmons
Delphine Chapuis Schmitz
Andy Guhl
Jan Voss
Doris Stauffer
Tine Melzer
Aaron Schuster